Dienstag, 17. Mai 2011

Andreas Englisch: Der Wunderpapst

Rheine. Ein Hauch von „Santo Subito“ lag über der Rheiner Kirche St. Marien. Die in Sprechchören und auf Transparenten bei der Trauerfeier im Jahr 2005 geforderte sofortige Heiligsprechung („Santo Subito“) von Karol Wojtyla wird sicherlich für viele auf den voll besetzten Kirchenbänken zwischen den Worten von Andreas Englisch nachgeklungen haben — so anschaulich wusste der Vatikankorrespondent von seinem Erleben eines außergewöhnlichen Papstes und Menschen zu berichten. Auf Einladung der Europa-Brücke stellte er sein aktuelles Buch „Der Wunderpapst“ vor. Kaum ein Journalist kam dem Kirchenoberhaupt so nahe wie Andreas Englisch, der Johannes Paul II. auf seinen Reisen begleitete und Anteil nahm an den Krisen und Höhepunkten seiner bewegten Amtszeit.
 „Der Wunderpapst“ ist ein sehr persönliches Buch über den Menschen Karol Wojtyla, der das Amt des Papstes grundlegend revolutionierte. Wie persönlich dieses Buch für den Autor ist, war für alle Zuhörer besonders deutlich geworden, als Andreas Englisch seine letzte persönliche Begegnung mit dem Papst beschrieb. Papst Wojtyla ließ seinerzeit Andreas Englisch in den Vatikan einbestellen, um ihm noch die Zeichnung, die einst Englisch´ Sohn bei einer Bischofssynode angefertigt hatte, mit seiner Unterschrift auszuhändigen. „Wirklich kann man die wirklich großen Männer daran erkennen, dass sie die Kleinen nicht vergessen“, schloss Englisch seinen Vortrag mit brüchiger Stimme. Andreas Englisch berichtete auch in von vielen anderen, bislang geheim gehaltenen Fällen für ihn verbürgter Wunderheilung, die sich schon zu dessen Lebzeiten auf Auslandsreisen des Papstes zugetragen haben und die er selbst aus der Nähe beobachten oder persönlich nachrecherchieren konnte. Darüber hinaus sei Papst Johannes-Paul II. selber für ihn „das größte Wunder“ gewesen. Im Zuge des Heiligsprechungsverfahrens werden vom Vatikan nur Wunder anerkannt, die sich nach dem Ableben des Papstes ereignet haben. Daraus ergibt sich für Englisch die Frage: „Warum hält sich Gott nicht an die Regeln der Katholischen Kirche?“ „Man wird nicht nur nach dieser Veranstaltung noch viel über diesen Jahrtausend-Papst in Rheine hören“, so Norbert Kahle, Geschäftsführer der Europa-Brücke. Das historische Vermächtnis Karol Wojtylas habe besonders in der in Osteuropa stark engagierten St.-Mariengemeinde eine große Strahlkraft. Jörg Peterkord

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen