Mittwoch, 23. März 2011

Eschendorfer Lesereise in die Gegenwart

Netzwerk Eschendorf und Europa-Brücke Rheine veranstalten Lesereise


Rheine. (jpe) Normalerweise führen Leserreisen Reisende gerne mal in die Vergangenheit und gleichsam auf die Spurensuche nach Zeugnissen vergangener Epochen an ferne Orte. Eine ungleich spannendere Reise in die Gegenwart — ganz ohne Koffer — bietet jetzt der Verein Europa-Brücke gemeinsam mit dem Bürgerverein Netzwerk Eschendorf an. Die „Eschendorfer Lesereise“ führt ab April an die Osnabrücker Straße in Rheine. „Jede Stadt verfügt über besondere Straßen. Zweifellos ist die Osnabrücker Straße so eine — nicht nur als zentrale Anwohner- und Einkaufstraße des Stadtteils Eschendorf sondern für ganz Rheine“, so Landrat Thomas Kubendorff, der die Schirmherrschaft für die Veranstaltungsreihe übernommen hat.
Mit Lena Gorelik beginnt die Eschendorfer Lesereise.
Die Reise beginnt am 7. April mit der Autorin Lena Gorelik, die um 19.30 Uhr bei Kreativ & Hobby, Osnabrücker Straße 264, aus ihrem Buch „Lieber Mischa, Du bist ein Jude“ liest. Mitveranstalter ist die DIG Rheine/Nordmünsterland.
Lena Gorelik gehört der neuen Generation junger Juden in Deutschland an, die sich über ihre Zukunft, nicht über ihre Vergangenheit definieren wollen. Dazu passt perfekt, dass sie gerade Mutter geworden ist: In ihrem neuen Buch erklärt Lena Gorelik ihrem Sohn nicht nur präventiv, wie er sich später einmal ihrer mütterlichen Fürsorge entziehen kann. Sondern auch, warum bei Festen immer viel geweint wird, obwohl seine Eltern nicht gläubig sind. Warum sein Großvater lieber Sudokus macht als in der Thora liest. Warum er auf seine Nase und seine Ohren stolz sein kann. Wie er die Weltherrschaft erlangt, auch wenn er kein Rothschild ist.
Lena Gorelik, geboren 1981 in St. Petersburg, kam 1992 mit ihrer russisch-jüdischen Familie nach Deutschland. Sie veröffentlichte bisher die Romane „Meine weißen Nächte“ und „Hochzeit in Jerusalem“.
Deutschland ein exotisches Land? Wieso eigentlich nicht? Es kommt nur auf die Perspektive an! Vom Orient gen Okzident geblickt, offenbart sich das Land im Westen als durchaus wild, wunderlich und, ja, exotisch. Ob Sesam-Syrer oder Ayran-Anatole, der orientalische Besucher deutscher Gefilde muss sich auf Ungewöhnliches und unheimlich Komisches gefasst machen, besucht er die immergrüne und wetterdurchwachsene Republik. Sagt einer, der es wissen muss: Kabarettist, und Buchautor Kerim Pamuk. Er präsentiert sein Buch „Allah verzeiht, der Hausmeister nicht“ am 9. Juni in der Galerie „gegenwArt“, Osnabrücker Straße 318.
Christoph Seils
Einen eindrucksvollen Einblick in die Gegenwart der deutschen Parteiendemokratie liefert am 15. September im Basilika Forum Christoph Seils. Er präsentiert sein Buch „Parteiendämmerung — was kommt nach den Volksparteien?“.
Matthias Küntzel
Der unlängst von der Anti-Defamation Legue mit dem Menschenrechtspreis 2011 ausgezeichnete Autor Matthias Küntzel liest am 10. November in der Johannes-Kirche aus seinem Buch „Die Deutschen und der Iran“. Der Abend in Kooperation mit der DIG/Nordmünsterland widmet sich der Geschichte und Gegenwart einer verhängnisvollen Freundschaft.
Karten im Vorverkauf sind erhältlich beim Buchhandel Kreativ & Hobby, der Galerie „gegenwArt“, der Kolpingsfamilie Rheine-Emstor im Basilika-Forum und bei der Johannesgemeinde.

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