Posts

Im Zug der Zeit für Europa unterwegs

Europa?  "Das sind  die anderen."  Rheine? "Das sind wir." Viele mögen sich in ihrer kleinen Welt mit kleingeistigen Konzepten von kultureller „Identität“ eingerichtet haben. Der Wirklichkeit werden sie damit nicht gerecht. Denn es gibt in ganz Europa keine Gemeinde- oder Stadtratssitzung mehr, in der nicht mindestens ein Tagesordnungspunkt behandelt wird, der durch die EU beeinflusst ist. „Und das ist Teil einer Friedensordnung, deren Erfolg ihresgleichen sucht“, betont Rheines stellvertretender Bürgermeister Norbert Kahle (CDU) für das Netzwerk Eschendorf. Denn die kleinen Zusammenhänge sind von den großen im 21. Jahrhundert nicht mehr zu trennen. Die Angst vor den Veränderungen in großen Zusammenhängen ist indes der wichtigste Treibstoff für demokratiefeindliche, populistische Bewegungen, die sich im Europawahljahr 2019 mit Unterstützung autoritärer Regime anschicken, das EU-Parlament zu erobern. Der Initiativkreis der Europäischen Demokraten des Netzwerkes Esc…

Die liberale Demokratie und ihre Gegner

Bild
Die liberale Demokratie steht weltweit unter Druck. Wer der „antiliberalen Konterrevolution“ (Timothy Garton Ash) erfolgreich entgegentreten will, muss sich mit ihren Ursachen und ideologischen Mustern auseinandersetzen.
Die Auseinandersetzung mit den Vordenkern der Neuen Rechten wird auf der Website www.gegneranalyse.de gebündelt. Dort gibt es neben Essays zu den genannten Autoren ein Glossar zu Grundmustern des antiliberalen Denkens, aktuelle Debattenbeiträge sowie Verweise auf weiterführende Literatur. Unter @gegneranalyse kann auf Facebook, Twitter und Instagram mitdiskutiert werden. Dazu kommen eine Reihe von Podiumsdiskussionen und eine internationale Abschlusskonferenz.


https://gegneranalyse.de/?fbclid=IwAR1KquiQpW49Z_DO_h_vBGVEEDFjZSdOA48AhNV7nR1V4ztT3QHlZok1g_I

Versöhner und Visionär - 100 Jahre Mandela

Bild
100 Jahre Nelson Mandela: Zwei Aufnahmen der Ausstellung markieren auf besondere Weise
Start und Ziel der Lebensreise des Jahrhundertpolitikers. Bild 1: Am 13. Oktober 1958 verlässt
Nelson Mandela freudestrahlend mit Moses Kotane das Gerichtsgebäude von Pretoria, nachdem
die Anklage zurückgezogen wurde. Es zeigt die Kraft des Lächelns eines Mannes mitten im Kampf.
Immerhin: Mandela drohte damals die Todesstrafe und er wusste, wie sehr ihn das Regime hasste.
Bild 2: Es zeigt Mandela bei der Rückkehr als Staatspräsident in seiner einstigen Zelle auf Robben
Island. Er verbrachte dort 18 Jahre seiner 27 Jahre in Haft. Fotograf Jürgen Schadeberg fokussierte
auf die Furchen und Falten im Gesicht Mandelas. Es ist vom lebenslangen Kampf gezeichnet. Doch
er war am Ziel seiner politischen Träume. Triumph über einstige Feinde? Genugtuung gegenüber
der Geschichte des gescheiterten Apartheid-Regimes? Fehlanzeige! Das Bild spricht eine andere
Sprache. „Hier hat er studiert, hat Liegestütze gemacht und über …

„Sie fehlen!“

Bild
Das war dann doch eine faustdicke Überraschung – nicht nur für den jungen Autor! Als Lars Tschirschwitz nämlich im November des Jahres 2017  in der Buchhandlung Eckers seine Dissertation „Kampf um Konsens – Intellektuelle in den Volksparteien der BDR“ vorstellte, staunte er in der anschließenden Diskussionsrunde nicht schlecht, mit Rheines ehemaligem Rechtsdezernenten Dr. Heinz Janning einen alten Weggefährten nicht nur von Kurt Biedenkopf als kundigen Diskutanten zu erleben, der vieles von dem, was der junge Politologe vorgestellt hatte, aus eigener Erfahrung noch lebendig ergänzen konnte. Doch der Reihe nach. Norbert Kahle hatte zunächst den Referenten begrüßt im Namen des „Netzwerks Europäischer Demokraten“, eines „noch lockeren Kreises von Freunden eines weltoffenen Europas“; dabei schilderte er auch seine ganz persönlichen Erfahrungen mit den vier Protagonisten des Abends, Kurt Biedenkopf und Heiner Geißler (CDU) sowie Peter Glotz und Erhard Eppler (SPD). Da klang erstmals jener M…

Ladestationen der Revolution

"Die Orangen des Präsidenten"

Rheine. "Die Menschen verdienen es, das Schöne zu sehen." Der preisgekrönte Auto Abbas Khider genoss in der Galerie "gegenwART" in Rheine sichtlich den denkbar schönen Rahmen zeitgenössischer Kunst, um sein Publikum auf eine spannende Reise mitzunehmen, das Leben als Kunstwerk zu erleben.

"Literatur und Kunst generell haben eine große Macht", so der 1973 in Bagdad geborene Khider im Gespräch mit Norbert Kahle, Geschäftsführer der Europa-Brücke, die zu dieser Veranstaltung eingeladen hatte. Im Wechsel von kurzen Dialogen und Lesepassagen aus Khiders aktuellem Roman "Die Orangen des Präsidenten" entspann sich ein Galeriegespräch vor dem Hintergrund aktueller politischer Ereignisse im arabischen Raum, das gleichsam tiefsinnig wie unterhaltsam viele Facetten künstlerischen Schaffens spiegelte.

Gefängnishaft, Folter, Hunger, Demütigungen. All dies, was sein Romanheld Mahdi als Abiturient im Irak Saddam Hu…

Die Orangen des Präsidenten

Preisgekrönter Autor: Abbas Khider ist am 6. Oktober Gast der Europa-Brücke in Rheine

Rheine.  Viele Menschen im arabischen Raum durchleben eine sehr hoffnungsvolle Zeit der geistigen Befreiung: Die „Jasmin-Revolution“ steht stellvertretend für die Befreiung von Gefängnishaft, Folter, Hunger, Demütigungen. All dies, was der Abiturient Mahdi im Irak Saddam Husseins ohne Grund durchleiden musste, kennt der in Bagdad geborene Berliner Schriftsteller Abbas Khider aus eigener Erfahrung. Mahdi ist die Hauptfigur in seinem zweiten Roman „Die Orangen des Präsidenten“, aus der der Autor am Donnerstag (6. Oktober) auf Einladung der Europa-Brücke ab 19.30 Uhr in der Galerie „gegenwART“, Osnabrücker Straße 318, lesen wird.
Bewegend erzählt der preisgekrönte Autor darin von einem Schicksal, das dem politischer Gefangener in vielen Diktaturen gleicht. Die Handlung ist inspiriert von eigenen Erlebnissen: „authentisch, nicht autobiografisch“.
Die zweijährige Haft hat Abbas Khider geprägt. Im Gefängni…

Sorgen auf der „Insel der Glückseligen“

Rheine.  Die Sorgen um den Fortbestand der Parteien sind auch auf der „Insel der Glückseligen“ angekommen. Mochte der in Berlin tätige Journalist und Buchautor Christoph Seils am Donnerstagabend im Basilika Forum  auch Rheine vergleichsweise als parteipolitisches Idyll  bezeichnen, die Rheiner Kommunalpolitiker teilen in vielen Punkten die pessimistische Prognose. Teilweise so intensiv, dass Seils zu guter Letzt für mehr Gelassenheit plädierte. Die Dramaturgie des Abends auf  Einladung der Kolpingfamilie Rheine-Emstor, der  Europa-Brücke und des Netzwerks Eschendorf erinnerte in weitern Strecken an das Drehbuch einschlägiger TV-Sendungen. Ein alarmierender Titel leitet die Präsentation unheilvoller Zukunftsaussichten ein, die mit großer Betroffenheit aber ohne konkret ableitbare Handlungsanweisungen diskutiert werden.
Der prägnante Buchtitel „Parteiendämmerung oder was kommt nach den Volksparteien?“ wurde denn auch durch bedrohliche Thesen  ausgeschmückt. Für Seils steht außer Frage,…